„Wer wissen will, wie ramponiert das Wiener Gesundheitssystem mittlerweile ist, muss nur den aktuellen Bericht des Stadtrechnungshofes betreffend der HNO-Abteilungen lesen. So standen in den Wiener Städtischen Kliniken 2019 noch 116 tatsächliche HNO-Betten zur Verfügung, im ersten Halbjahr 2025 waren es nur noch 76 – ein Rückgang um 40 Betten bzw. rund 34 Prozent. Bei den systemisierten Betten ging die Zahl im selben Zeitraum von 119 auf 76 zurück. Wenn Betten verschwinden, Kapazitäten nicht vollständig zur Verfügung stehen und Patienten ein halbes Jahr auf einen Ersttermin warten, kann niemand mehr von einer Verbesserung der Versorgung sprechen. Hier wird das Wiener Gesundheitssystem Stück für Stück zurückgebaut“, kritisiert die Gesundheitssprecherin der Wiener FPÖ, LAbg. Angela Schütz das Ergebnis jahrelanger Misswirtschaft im Wiener Gesundheitswesen.
Im Zuge der Neuorganisation wurden die HNO-Abteilungen in Favoriten und Hietzing sowie die HNO-Ambulanz in Ottakring geschlossen beziehungsweise deren Leistungen verlagert. Das erklärte Ziel des Gesundheitsverbundes war eine Neuorganisation ohne Reduktion der Versorgungsleistungen. Die Prüfung zeigt jedoch erhebliche Probleme: Die tatsächlichen Ambulanzfrequenzen lagen in den beiden verbleibenden HNO-Zentren deutlich unter den vorgesehenen Zielwerten. Bei einzelnen Vergleichen stellte der Stadtrechnungshof Abweichungen zwischen 28,1 und 66,6 Prozent fest. Auch die vorgesehenen Öffnungszeiten wurden teilweise nicht vollständig eingehalten.
„Abteilungen werden zusammengelegt, Standorte geschlossen und den Patienten wird versprochen, dass die Versorgung darunter nicht leidet. Danach fehlen Kapazitäten, Zielwerte werden verfehlt und die Menschen warten ein halbes Jahr auf einen Ambulanztermin. Genau so sieht das kaputtgesparte und vollkommen unorganisierte Wiener Gesundheitssystem unter Stadtrat Hacker aus“, so Schütz.
Auch bei den Operationskapazitäten stellt der Stadtrechnungshof fest, dass die vorgesehenen Betriebszeiten in beiden Kliniken nicht vollständig zur Verfügung standen. Um die langen Wartezeiten für planbare Eingriffe irgendwie unter Kontrolle zu bringen, wurden sogar Kooperationen mit vier Privatkliniken und einer weiteren Fondskrankenanstalt abgeschlossen: „Hacker hat die Kontrolle über den WIGEV offenbar vollkommen verloren“, nimmt Schütz den Gesundheitsstadtrat in die Verantwortung. „Das ist keine funktionierende Gesundheitsplanung, sondern eine Verwaltung des Mangels. Die rot-pinke Stadtregierung schließt und konzentriert Strukturen, ohne Personal und Kapazitäten ausreichend sicherzustellen. Am Ende bezahlen die Wiener diese Politik mit monatelangen Wartezeiten. Gesundheitsstadtrat Hacker muss endlich dafür sorgen, dass die vorhandenen Kapazitäten tatsächlich zur Verfügung stehen und Patienten zeitnah behandelt werden“, fordert Schütz abschließend.